Unsere bisherigen "Fragen des Monats"

Hier haben wir die bisherigen „Fragen des Monats“ für Sie zum nachlesen archiviert:

Wer kennt das nicht. Mitten in der Nacht wird man plötzlich von Schmerzen in den Waden geweckt. Ein Muskelkrampf ist die Ursache. In vielen Fällen kommt es nicht nur einmalig zu einem solchen Erlebnis, sondern die Probleme treten wiederholt auf und lassen sich auch zum Teil nicht mit der Einnahme von Magnesiumpräparaten stoppen.

Die Ursache liegt oft in einer nächtlichen Aktivierung des Sympathikus begründet. Dadurch bedingt kommt es zu einer verstärkten Aktivierung des Atemzentrums und somit zu einer vermehrten Abatmung von Kohlensäure im Blut. 

In der Folge wird das Blut basisch (Alkalose). Hierbei werden Bindungsstellen an den Eiweißmolekülen im Blut frei, die dann Magnesium und Calcium binden. So können diese dann nicht mehr an den motorischen Endplatten in der Muskulatur wirken und es kommt zu unkontrollierten Muskelerregungen. 

Einfach zu diagnostizieren ist diese Form der nächtlichen Sympathikusaktivierung mit einer Blutgasanalyse am Morgen, da hierbei oft die Folgen der Überatmung (pH-Wet Erhöhung) sichtbar sind. Weitere Ursachenforschung ist z.B. mit Hilfe des Volumen-EKG möglich.

Oft kann schon mit einer leichten Gefäßerweiterung zur nacht sowie einer pflanzlichen Dämpfung des Sympathikus die Symptomatik nachhaltig gebessert werden.

Wenn im Liegen ein beschleunigter und spürbarer Herzschlag oder der Herzschlag in den Ohren als Rauschen oder Klopfen hörbar ist, ist dies oft ein Zeichen für eine Volumenbelastung am Herzen. Eine zu große Menge Flüssigkeit wird vom Herzen mit hoher Geschwindigkeit in die Aorta (Hauptschlagader) ausgeworfen und es kommt dadurch zu Strömungsgeräuschen, bzw. einer spürbar durch den Körper laufenden Pulswelle.

Einige Patienten werden von ihrem bis in den Hals hinein auftretenden Herzklopfen sogar aus dem Schlaf geweckt.

Diese Volumenbelastung kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden, wie zum Beispiel das Trinken großer Flüssigkeitsmengen vor dem Zubettgehen. Auch übermäßiger Alkoholgenuss kann manchmal durch einen gesteigerten Sympathikus eine bestehende Dehnbarkeitsstörung des Herzens verstärken und in der Folge zu Herzklopfen führen – zum Beispiel nach einer ausgiebigen Weihnachtsfeier oder einem feucht-fröhlichen Jahreswechsel. 

Spätestens, wenn der Herzschlag unregelmäßig wird, sollte man eine weitere Abklärung vornehmen lassen, da es sich dabei auch um Vorhofflimmern handeln kann. Das kann man in vielen Fällen gut mit einer kontrollierten Volumentherapie behandeln.

Oft kommt es gerade in der Vorweihnachtszeit zu gesundheitlichen Problemen. Hektik beim Weihnachtseinkauf und auch niedrigere Temperaturen wirken über ein stärkeres Zusammenziehen der peripheren Gefäße blutdrucksteigernd.

Wenn man nun abends total erschöpft und müde große Mengen isst oder trinkt und sich dann mit vollem Magen hinlegt entwickelt sich in der Nacht oft ein Herz-Innendruck-Syndrom durch vermehrten Blutvolumendruck. In der Folge wird der Nachtschlaf schlecht und man ist tagsüber gereizter. So entwickelt sich der Weihnachtsstress immer weiter und entlädt sich oft in Form von feiertäglichen Streitigkeiten, die so gar nichts mit Besinnlichkeit zu tun haben.

Verringern kann man diese Anspannung schon durch kleine Umstellungen wie zum Beispiel den Verzicht auf größere Trinkmengen vor dem Schlafengehen. Auch können Entspannungsübungen  helfen, den Stress zu reduzieren. Nicht zuletzt erzeugen auch kreative Aktivitäten wie Musizieren oder Malen oder auch gemeinsames Plätzchen backen eine Steigerung der Vagusaktivität, die sich positiv auf den Stresspegel auswirkt.

Bei vielen Patienten kann eine sog. Weißkittel-Hypertonie erkannt werden. Hierbei kommt es zu einer Aktivierung des Sympathikus allein durch die Untersuchungssituation. Zu Hause in Ruhe wird oft ein normaler Blutdruck gemessen. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt für die Messung zu Hause das zweimalige Messen hintereinander. Der Wert der zweiten Messung ist oft niedriger und gilt als der relevante Blutdruck.

In der Tat kann es durch die Messsituation zu einer vegetativen Aktivierung und damit zu einer initialen Blutdruckerhöhung kommen. Bei einer zweiten oder auch dritten Messung kommt es dann wieder zur Normalisierung. Somit sollte immer vor dem Einleiten einer Therapie festgestellt werden, ob ein vegetativ bedingter Weißkittelhochdruck vorliegt. Dabei kann auch die Blutgasanalyse helfen, die dann die Auswirkungen der Überatmung als Absenkung des Kohlensäurepartialdrucks (pCO2) und Überhöhung des Sauerstoffpartialdrucks (pO2) zeigt. 

Bei vielen Patienten mit Bluthochdruck wird eine sogenannte essentielle Hypertonie diagnostiziert. Essentiell bedeutet in diesem Zusammenhang, dass keine Ursache vorliegt sondern der hohe Blutdruck als eigene Krankheit gesehen wird. Eine Ursachenforschung wird nach der Einstufung als essentielle Hypertonie nicht mehr vorgenommen, sondern direkt eine Therapie des Bluthochdrucks eingeleitet.
Bei genauerem Hinsehen kann allerdings doch eine Ursache gefunden werden. So kann zum Beispiel nach der Menopause bei Frauen ein hoher Blutdruck erstmals in Erscheinung treten (siehe Frage des Monats August 19). Auch eine Schilddrüsenentzündung kann über Vermehrung der ß-Rezeptoren einen hohen Blutdruck auslösen. Ebenso ist eine Blutdruckerhöhung durch eine Hypervolämie – also eine zu hohe Flüssigkeitsmenge im zirkulierenden Blut – möglich. 
Die genannten Umstände sind nur ein kleiner Teil der potentiellen Ursachen einer Blutdruckerhöhung. Somit sollte ehe eine ungerichtete Therapie gegen das Symptom „hoher Blutdruck“ begonnen wird immer eine ausführliche Diagnostik erfolgen.
Geben Sie sich daher nicht mit einer vorschnell gestellten Diagnose „essentielle Hypertonie“ zufrieden!
Viele Frauen entwickeln, wenn die Regelblutung ausbleibt, zunächst einen hohen Blutdruck, obwohl er vorher eher zu niedrig war. Bei manchen Frauen ist die Volumenentnahme die einzig notwendige Therapie des hohen Blutdrucks. Damit wird der Effekt der Regelblutung nachgeahmt und der Druck von den Herz-Innenwänden genommen.
 
Die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten erübrigt sich oftmals.